Offener Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel
3. Juni 2008
Bundeskanzleramt
Bundeskanzlerin Angela Merkel
Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin
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Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
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wir wenden uns in Sorge um den Ruf der Kulturnation Deutschland an Sie. Dieser Ruf würde nachhaltig beschädigt, entzöge die UNESCO der Stadt Dresden wegen der geplanten Waldschlößchenbrücke den Titel „Welterbe“. Dieses Szenario scheint angesichts der starren Haltung sächsischer Politiker immer wahrscheinlicher. Aber der Dresdner Brückenbau ist eben keine regionale Angelegenheit, sondern betrifft ganz Deutschland. Denn der Name unseres Landes wird in der Welt auch mit herausragenden Leistungen in Kunst und Kultur verbunden. Wir befürchten, dass der bisher nicht gestoppte Frevel an einem einzigartigen Kulturerbe wie dem des Dresdner Elbtals vieles von diesem Ansehen zunichte macht.
Wir bitten Sie deshalb inständig, alles zu tun, um irreparablen Schaden am einmaligen Dresdner Erbe, am Ruf unseres Landes als Kulturnation und an der Verlässlichkeit Deutschlands in Völkerrechtsfragen zu verhindern.
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Unterzeichner:
- Günter Grass, Schriftsteller
- Durs Grünbein, Schriftsteller
- Christoph Hein, Schriftsteller
- Rolf Hoppe, Schauspieler
- Prof. Klaus Staeck, Präsident der Akademie der Künste Berlin
- Martin Walser, Schriftsteller
- Wim Wenders, Regisseur
Nachtrag
Über diesen offenen Brief berichten u.a. auch ZEIT online, n-tv.de, FOCUS Online und Tagesspiegel sowie die Akademie der Künste in einer Pressemitteilung.

